Montagmorgen in der Kantine beim Frühstück. Der Produktionsleiter hat schon den Kaffee auf: “Was ist eigentlich so kompliziert daran, Daten aus der einen Fräsmaschine auszulesen? Ich kann doch alles auf dem Display sehen!”

Berechtigte Frage würde ich sagen. Ich will versuchen die Problematik darzustellen:

Der Hersteller der Machine will eine möglichst gute Fräse bauen. Die soll robust sein, lange laufen und alles Fräsen können, was sich der Kunde wünscht. Zur Steuerung der Spindel und präzisen Steuerung der Achsen ist ein Computer vonnöten.

Dieser Computer wird bei einer Fräse “CNC” (Computerized Numerical Control) genannt. Dieser Computer soll die Fräse und Eingaben vom Benutzer steuern. Mehr nicht. An andere Zwecke hat der Hersteller weniger gedacht. Daher geht er auch nicht davon aus, dass jemand noch einen zusätzlichen Stecker anschließt und versucht mit diesem Computer zu kommunizieren.

Der Hersteller hat häufig kein großes Interesse bei dieser Anforderung für eine alte Maschine zu helfen. Das ist nicht sein Kernproblem und macht aus seiner Sicht nur Arbeit. Dementsprechend gibt es nur wenige Informationen, wie man überhaupt mit dem Computer Kontakt aufnehmen kann.

Jetzt gibt es aber zum Glück pfiffige IT- und Software-Profis wie uns, die sich tiefer mit dem Problem Retrofit beschäftigt haben. Und es gibt in aller Regel sehr wohl einen Weg mit dem Computer zu reden. Aber die Krux steckt oft im Detail.

Das mussten wir erst kürzlich leidlich feststellen: Wir haben bei einem Kunden eine Fräsmaschine an unsere Datenerfassung angeschlossen. Eine Komponente in der Maschine erwartete zum Startzeitpunkt einen exklusiven Zugriff auf den internen Computer. Leider war nun aber auch unsere Datenerfassung bemüht, sich gleichzeitig auch mit dem Computer zu verbinden und das war wohl vom Hersteller nicht vorgesehen. Die Exklusivität war nicht gegeben und die Anlage verweigerte den Start.

Das dürfte alles eigentlich nicht so sein, aber was will man machen. Wir begeben uns auf die Suche und werden auch dafür eine Lösung finden. Dafür ist unser Verständnis von Service. Aber das sind Gründe, warum es so kompliziert läuft manchmal.

Die Sache wird dadurch erschwert, dass jeder Hersteller seine eigenen Varianten zur Kommunikation mit dem Computer erfunden hat. Und selbst beim selben Hersteller gibt es dann noch von einer Maschinen-Generation zur nächsten massive Unterschiede.

Die Buzzword-IT spricht jetzt von der Heterogenität an Maschinen auf dem Shop Floor im Brownfield. Gemeint ist: Jede Maschine kommuniziert anders und nicht für alle gibt es fertige Lösungen.

Das ist natürlich kein haltbarer Zustand. Daher etablieren sich Standards. So wird die Herausforderung zumindest etwas kleiner.

Ich bin froh über jede Maschine, die sich einfacher anschließen lässt. Das nimmt uns ein Problem in der Digitalisierung und wir können uns auf wichtigere Teile konzentrieren.

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